Waldstrasse 50

Das Gebäude Waldstrasse 50 ist ein kleines villenartiges Mehrfamilienhaus in zentrumsnaher Leipziger Lage inmitten des Waldstraßenviertels. Die Fassade ist im Stil der italienischen Renaissance gehalten. Das bossierte und mit Putznuten versehene Sockelgeschoß trägt in der ersten Etage eine in Putz geritzte Klinkerimitation. Besonders hervorhebenswert ist das von Konsolen getragene Traufgesims. Im zweiten Geschoß befinden sich zwischen den Wohnungsfenstern große glatte Putzflächen, welche einstmals in Sgraffito-Technik gestaltet worden waren.

Auf der Basis der Zeichnungen in der Bauakte, der abgenommenen Pausen von der Fassade sowie von Analogiestudien wurden Entwürfe für eine Rekonstruktion gezeichnet. Sie zeigen einen auf einem Podest stehenden Knaben, welcher ein Schild mit Inschriften trägt. Er wird flankiert von zwei Schwänen nebst Füllhörnern. Oberhalb finden sich Kranzgebinde mit Schleifen und Ranken.

 

Die nahezu quadratischen Flächen zwischen den Stuckkonsolen am Traufgesims sowie am turmartigen Treppenhausanbau wurden in einer Art Federzeichnung als Stuckimitationsmalerei ausgeführt. Die äußeren schmalen Putzfelder waren ohne erhaltenen Befund und wurden aufgrund von Analogiezeichnungen nachempfunden.

 

Zu Beginn der Sanierungsarbeiten stellten sich die Sgraffito-Flächen als weitflächig abgewittert dar. Von der einstigen feinen Linienzeichnung warenn nur noch grobe schwarz-weiße Flächen erhalten. Die vorhandenen und noch erkennbaren Fragmente im oberen Teil wurden abgepaust. nach Einblick in die Bauakte mit ihren Bauzeichnungen aus der Erbauungszeit (siehe untenstehende Fotos) wurde das einstige Ausmaß der malerischen Putzritzungen (Scraffito) erkennbar. Leider waren die dortigen Zeichnungen nur sehr klein und skizzenhaft. Die Arbeiten zur Rekonstruktion der Scraffito-Flächen fanden mit Unterbrechungen von Juni bis September 2006 statt.