Münzgasse 18-22

Das Gebäude Münzgasse 18–22 (Schramms Hof) mit seiner markanten italienisierenden Neorenaissance-Fassade ist ein überdurchschnittlich repräsentatives bürgerliches Mehrfamilienhaus in zentrumsnaher Leipziger Lage in der südlichen Vorstadt. Das Doppelhaus verfügt über zwei identische Hauseingänge und eine mittig gelegene Hausdurchfahrt, welche mit einem schmiedeeisernen Tor versehen ist. Den Hauseingangstüren nach innen schließt sich ein großzügiges Vestibül zu ebener Erde an.

 

Zum Zeitpunkt der restauratorischen Befunduntersuchung waren sämtliche Wand- und Deckenflächen einfarbig übertüncht. Stichprobenartige Untersuchungen ergaben jedoch Hinweise auf eine einst sehr reichhaltige Ausgestaltung des Gesamttreppenhauses unter Verwendung großflächiger Freihandmalereien. Die Restaurierungsarbeiten fanden von November 2003 bis Februar 2004 statt.

 

Schwerpunkt der Freilegungsarbeiten waren die oberen Abschnitt der Wandfelder mit ihren figürlichen Darstellungen. Dabei stellte sich heraus, daß beide Hausaufgänge zur Erbauungszeit identisch gefaßt waren, es später zu einer polychromen Übermalung der figürlichen Darstellungen kam, welche sich jedoch aufgrund der unterschiedlichen Bauzustände in einem Haus besser und in dem anderen schlechter erhalten hatte. Aus diesem Grund wurden im Haus 18/20 die malerische Erstfassung mit ihren oliv-roten Porträtdarstellungen restauriert, im Haus 22 die Zweitfassung derselben Motive als polychrome Malerei. Die unteren Wand- und Sockelflächen mit ihren Linier- und Schablonierarbeiten und die Marmormalerei im unteren Sockelbereich wurde rekonstruiert.

Die Decken zeigen einen von Beschlagwerk gerahmten kreisrunden Himmelsausblick. Er wird von Puttenköpfen und floral-abstrakter Ornamentik gerahmt.